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Branchenbrief aktuell

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Übersicht
12.02.21: VEDES steuert Handelskrise mit Mitgliederhilfen entgegen
12.02.21: Deutliches Umsatzplus für Carrera und Revell
30.01.21: Leichter Zuwachs für Simba Dickie in 2020
15.01.21: Spiele Max im Schutzschirmverfahren
21.12.20: Geschenkebudgets stabil, Online-Wachstum verdoppelt


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VEDES steuert Handelskrise mit Mitgliederhilfen entgegen

12.02.21: Der Nürnberger Spielzeug-Fachhändlerverband VEDES
will seine angeschlossenen Händler durch eine ganze Reihe von
Maßnahmen dabei unterstützen, die wirtschaftlichen
Folgen der Pandemie-Lockdowns abzufedern
. Erschwerend
sei hinzugekommen, dass viele Initiativen laut VEDES nur
langsam in die tatsächliche Umsetzung gingen, weil Banken und
Behörden an ihre Grenzen kämen. Ein millionenschweres
Hilfspaket
soll nun „unbürokratisch, schnell und vor allem
effizient“ zur Stabilisierung der Mitglieder in dieser
"existenzbedrohenden“ Krise beitragen.

Zu den beschlossenen Punkten gehört eine frühere
Auszahlung des Jahresbonus
fürs vergangene Jahr
(Volumen rund 4 Mio. €) bereits Anfang Februar 2021 statt wie
sonst üblich im Mai. Der VEDES-Großhandel verlängert sein
Zahlungsziel
für alle Sofort- und Terminaufträge bis zum
1.3.2021 um 90 Tage inklusive Skonto, gewährt bis zum
gleichen Datum 3 % Rabatt auf alle Terminaufträge mit
Lieferung von März bis Juni und verzichtet „vorerst“ auf
Preiserhöhungen
, trotz rapide steigender Fracht- und
Transportkosten in Asien. In Verhandlungen mit
Direktlieferanten will der Verband sein Stimmgewicht
dazu einsetzen, diese zu Engagement und Kulanz zu bewegen.
Darüber hinaus habe man zum Jahresanfang die Möglichkeit
gegeben, alle offenen Aufträge beim VEDES-
Großhandel auf Wunsch „großzügig“ zu überarbeiten.

Vorstandschef Dr. Thomas Märtz räumte ein, dass
dieser Maßnahmenkatalog für seinen Verband „ein
gigantischer Kraftakt“
sei, die VEDES es aber als ihre
„Pflicht“ ansehe, die Mitglieder in diesem Ausmaß zu
unterstützen. „Dazu stehen wir und setzen parallel auf die
Solidarität und das Engagement aller Marktteilnehmer, um den
absehbaren coronabedingten negativen Effekten gemeinsam
entgegenzuwirken“, so Märtz weiter; „wir alle tragen eine große
Verantwortung für die Zukunft des Spielwarenfachhandels, der
seit Jahrzehnten der verlässlichste und stabilste Absatzkanal der
Branche ist.“

Deutliches Umsatzplus für Carrera und Revell

12.02.21: Am 3.2. veranstaltete auch der Spielwarenhersteller Carrera-
Revell
wegen der Pandemie eine rein digitale
Pressekonferenz zur Präsentation des Geschäftsberichts
2020
. Trotz der weltweiten Corona-Pandemie konnte die
Carrera-Revell-Gruppe 2020 ihren Umsatz insgesamt auf
142 Mio. € steigern
. Der Exportanteil außerhalb der DACH-
Region lag bei 52 %.

Bei der Carrera Toys GmbH ist der Gesamtumsatz um
8,3 % auf 89,3 Mio. € gestiegen, wobei Autorennbahnen
mit 59 % weiterhin das Kerngeschäft darstellen. Der Marktführer
in Deutschland konnte mit 10,7 % stärker wachsen als das
gesamte Marktsegment (8 %, alle Marktdaten laut NPD-group).
Carrera RC konnte den Umsatzanteil auf 32 % steigern,
insbesondere durch Absatzsteigerungen auf dem US-Markt. Die
restlichen Umsatzanteile bei Carrera Toys verteilen sich
hauptsächlich auf die Marken Pustefix (Seifenblasen)
und Schildkröt (Puppen).

Die Revell GmbH steigerte ihren Gesamtumsatz 2020
um etwa 8 % auf 52,8 Mio.€, wobei das Kerngeschäft Modellbau
inklusive Zubehör (Farben, Kleber, etc.) einen Anteil von 63 %
hat. Revell habe seine Position als Marktführer im Modellbau
weiter ausbauen können und mit 1,2 % zum Wachstum
dieses Segments beigetragen (7,5 % im Plus). Die
ferngesteuerten Modelle der Marke Revell Control
erreichten einen Umsatzanteil von 31 % und waren mit 8,5 % ein
weiterer Umsatztreiber. Die Sortimentsbereiche Revell 3D
Puzzle und Preschool stellen zusammen einen Umsatzanteil von
7 % dar. Im Exportgeschäft konnte Revell besonders in
Großbritannien, Spanien, Italien und in den USA wachsen.

Leichter Zuwachs für Simba Dickie in 2020

30.01.21: Auf einer virtuellen Pressekonferenz stellte die Simba Dickie
Group
aus Fürth zusammen mit dem 2013
übernommenen Modelleisenbahn-Hersteller Märklin die
Geschäftszahlen aus dem Jahr 2020 vor. Trotz aller
pandemiebedingten Probleme konnte die Gruppe ihren
Gesamtumsatz auf 715 Mio. € steigern, was gegenüber 2019 mit
702,3 Mio. € einem Wachstum von 1,8 % entspricht. Treiber
waren der Kernmarkt Deutschland, die USA sowie weitere
wichtige Märkte in Europa.

Die Simba-Gruppe, zu der auch BIG zählt, hat
den Gesamtumsatz mit 198,0 Mio. € gegenüber dem Vorjahr mit
199,0 Mio. € in etwa halten können. Durch ein verstärktes US-
Geschäft konnte die Dickie Group mit Jada
ihren Gesamtumsatz von 194,7 Mio. € im Vorjahr auf 203,4 Mio.
€ um 4,5 % steigern. Die Smoby-Gruppe litt unter einer
Schließung der Produktionsstätten in Frankreich über mehrere
Wochen. Aus diesem Grund ging der Umsatz der Gruppe von
101,3 Mio. auf 95,7 Mio. € zurück.

Einige Länder Europas wie Spanien oder Polen, aber auch
Länder außerhalb Europas, in denen der Konzern mit eigenen
Gesellschaften vertreten ist wie Südafrika, Indien oder im Nahen
Osten waren durch die Pandemie weitaus stärker betroffen. In
den genannten Ländern blieben die Umsätze zum Teil weit
hinter dem Vorjahr zurück. Der Umsatz bei den
ausländischen Tochtergesellschaften ging insgesamt
von 207,3 Mio. € im Vorjahr auf jetzt 195 Mio. € zurück.

Vor dem Hintergrund der heute noch nicht absehbaren
wirtschaftlichen Auswirkungen der Pandemie plant die Simba
Dickie Group für 2021 lediglich, den konsolidierten
Gesamtumsatz auf dem Niveau des Jahres 2020 zu
halten. Als momentan besonders problematisch
für die Planung zeigten sich jedoch in jüngster Zeit laut
Mitgeschäftsführer Florian Sieber die drastisch
erhöhten Frachtkosten
von und nach China aufgrund
knapper Container und der zuletzt deutlich gestiegene
Wechselkurs der chinesischen Währung Yuan.

Bei Märklin war das Geschäftsjahr 2020 geprägt von
einer hohen Nachfrage nach Modelleisenbahnen. Aufgrund des
Lockdowns im vergangenen Frühjahr musste die Prognose für
den Umsatz des Geschäftsjahres 2019/2020 von rund 117
Mio. € auf 112 Mio. € nach unten korrigiert
werden.
Aufgrund der pandemiebedingten Schließung ihres ungarischen
Werks fiel die Produktionskette des
Modellbahnherstellers zeitweise komplett aus.
Für 2020/2021 wird mit einem leichten Plus gerechnet, was aber
durch den andauernden Lockdown mit Schließung der
Spielwarengeschäfte schwierig zu beurteilen sei. Allerdings
verzeichnete man Ende Dezember einen um 40% höheren
Auftragsbestand
als zum gleichen Zeitpunkt im Vorjahr, was
die Geschäftsleitung optimistisch stimmt.

Spiele Max im Schutzschirmverfahren

15.01.21: Der Berliner Spielzeug-, Babyausstattungs- und Kindermode-
Filialist Spiele Max gab bekannt, die Folgen der Corona-
Pandemie mit einem Schutzschirmverfahren bewältigen
zu wollen. Zum vorläufigen Sachwalter wurde Prof. Dr.
Torsten Martini
von der Kanzlei Leonhardt Rattunde
bestellt, Sanierungsbevollmächtigter ist Dr. Andreas
Kleinschmidt
von der Kanzlei White & Case. Eine
solche frühzeitige Sanierungsmaßnahme soll Firmen dabei
helfen, finanzielle und rechtliche Verhältnisse schnell neu zu
ordnen, wobei die Geschäftsführung selbst am Ruder bleibt.
Löhne und Gehälter werden weiter gezahlt.

Derzeit sind die deutschlandweit rund 70 Spiele-Max-Läden
wegen des Lockdowns geschlossen, nur der
Onlineshop kann arbeiten. Wie Geschäftsführer Falk
Siegmundt
erklärte, habe man schon durch die Schließung
des Einzelhandels im Frühjahr 2020 wertvolle Umsätze aus dem
wichtigen Ostergeschäft verloren; dass man nun auch
noch an den umsatzstärksten Tagen vor und nach
Weihnachten nicht mehr öffnen konnte, sei ein „herber
Schlag“ gewesen. Nun soll das Verfahren genutzt werden, um
sich für die Zukunft solide aufzustellen, wobei die bestmöglichen
Resultate für Personal, Lieferanten und Vertragspartner erzielt
werden sollen. Bereits im Sommer oder Herbst will
Spiele Max den Schutzschirm wieder verlassen. Mit
seinen 600 Mitarbeitern setzt das Unternehmen jährlich über
100 Mio. € um.

Geschenkebudgets stabil, Online-Wachstum verdoppelt

21.12.20: Dem jüngsten „Corona Consumer Check“ des Kölner
IFH zufolge drückt die Pandemie mit ihren
Kontaktbeschränkungen zwar allgemein auf die
Weihnachtsstimmung, bremst aber trotzdem nicht die
Kauflaune der Deutschen: Von 500 befragten
Verbrauchern gaben 73 % an, 2020 ähnlich viel
Geld für Geschenke
ausgeben zu wollen wie in den
Vorjahren. Nur 24 % wollten ihr Geschenke-Budget verkleinern.
Allerdings hatten auch nur 3 % vor, mehr auszugeben.

Dabei wandern die Weihnachtseinkäufe vom stationären
zunehmend in den Onlinehandel
: 57 % wollten Innenstädte
eher meiden, 47 % planten überwiegend Bestellungen im
Internet. Damit beschleunigte sich der Wandel vom Laden- zum
Onlinekauf. Erhoben wurden diese Daten in der 46.
Kalenderwoche (ab 9.11.), also eine Woche nach dem
Inkrafttreten des „Lockdown light“, und zeigten eine deutlichere
Tendenz als in den Vormonaten, obwohl alle
Einzelhandelsgeschäfte offen blieben.

Wie genau sich der Onlinehandel in den nächsten Jahren
entwickeln könnte, untersuchte eine andere IFH-Analyse: 2020
soll das Onlinevolumen im deutschen Handel im
„Coronajahr“ zwischen 80 und 88 Mrd. € betragen, was
mindestens einem doppelt so starken Wachstum wie im
Vorjahr
entspräche. Hochrechnungen ergaben bei einer
Fortsetzung dieses Trends bis 2024 ein Wachstum auf 120 Mrd.
€; sollte sich die Dynamik noch erhöhen, seien gar 141 Mrd. €
möglich. Der Online-Anteil am gesamten Einzelhandel dürfte
somit auf 16,5 bis 19,4 % steigen. Gleichwohl unterscheidet sich
noch immer die Entwicklung einzelner Branchen und
Vertriebsformen stark. FMCG (fast moving consumer
goods, d.h. Schnelldreher des täglichen Bedarfs wie
Nahrungsmittel oder Körperpflege) und
Heimwerkerbedarf zählten lange als „Nachzügler“ in
Sachen Internetvertrieb; nun aber machten sie Boden gut, weil
sie in Corona-Zeiten öfter von zuhause geordert wurden. Für
das IFH ist dieser Bereich ein wichtiger Indikator: Wenn das
Onlinebestellen von Lebensmitteln zur Selbstverständlichkeit
geworden sei, werde „ein neues Level im Onlinehandel“
erreicht.
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